Versicherungen sind älter als die meisten Menschen denken. Bereits im antiken Rom gab es eine Art Lebensversicherung über die sogenannten Beerdigungsvereine. Die Beerdigungsvereine übernahmen die Bestattungskosten der Mitglieder und unterstützten die überlebenden Verwandten finanziell. Im siebzehnten Jahrhundert kam durch Frankreich die Tontine, eine erste Form einer Rentenversicherung, in Mode. Kaufleute und Schiffseigner sowie die Underwriter trafen sich in Lloyd’s Coffee House, dem Vorgänger der heutigen Versicherungsbörse Lloyd’s of London, wo sie Leistungszusagen vornahmen. Allerdings trugen die Veranstalter keinerlei Risiko, sondern wälzten das Gesamtrisiko auf die Versichertengemeinschaft ab. Es waren zwar Leistungen im Erlebens- oder Todesfall vorgesehen, doch nicht als systematische Anlage, sondern entweder als Umlage oder in Form einer Art von Wette. Als sich dann im wettfreudigen England die Unsitte, Wetten aufs Überleben der Menschen abzuschließen, ausgebildete, die sogenannten Wettversicherungen, hatte das die Folge, dass die Gesetzgeber nur noch Lebensversicherungsverträge mit Nachweis an einem echten Interesse am Überleben der versicherten Person gestatteten. Tontine waren kein Versicherungsgeschäft im heutigen Sinne, bildeten jedoch eine Basis, auf deren Grundlage sich das Versicherungswesen entwickeln konnte. Durch die Tontine entstand im Laufe der Zeit und vor allem mithilfe der modernen Lebensversicherungsmathematik die Kapitallebensversicherung mit ihrem Überschuss- und Gewinnbeteiligungssystem.

Die unterschiedlichen Einteilungssystematiken der Versicherungen

Zurzeit bestehen sechs verschiedene Systematiken bei der Einteilung der Versicherungen. Die erste Variante stellt die Aufgliederung in die sogenannten Sozial- und Individualversicherungen dar. Sozialversicherungen schreibt der Gesetzgeber zum Beispiel aufgrund eines Arbeitsverhältnisses vor. Die wichtigsten sind dabei die gesetzliche Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Arbeitgeber und Arbeitnehmer tragen die Kosten je zur Hälfte. Individualversicherungen hingegen entstehen durch einen privatrechtlichen Versicherungsvertrag. Darunter fällt die gesamte Palette der privaten Personenversicherungen genauso wie die Sachversicherungen. Die nächste Unterscheidungsmöglichkeit bietet sich durch die Teilung in die Versicherungsarten Personen-, Sach- und Vermögensversicherungen an. Personenversicherungen beziehen sich immer auf den Versicherungsschutz für einen Menschen, also Unfall-, Lebens- oder Krankenversicherung. Sach- und Vermögensversicherungen sichern das materielle Eigentum oder die Folgen eines Schadens an einer anderen Person ab. Zu den Schadensversicherungen gehören Modelle wie die Haftpflicht-, Kfz- und Rechtsschutzversicherungen. Eine weitere Differenzierungsform biete die Aufteilung in Schadens- und Summenversicherung. Die Summenversicherung zahlt beim Eintritt des Versicherungsfalls eine vertraglich vereinbarte Summe, wie bei der Lebens- und Rentenversicherung der Fall. Schadensversicherungen sichern entstandene, in der Regel nachzuweisende Schäden ab, die sowohl das eigene Vermögen als auch das anderer Personen betreffen. Dazu gehört die Haftpflichtversicherung genauso wie die Krankenversicherung oder die Kfz-Versicherung.

Männer und Frauen reagieren auf Krankheiten unterschiedlich. Den besonderen Krankheitssymptomen von Frauen wird oft zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt.

Bei Aktiv- und Passivversicherungen wiederum bildet die Funktion die Unterscheidungsgrundlage. Passivversicherungen decken ein Erstrisiko bis zur Deckungssumme ab, wie zum Beispiel bei der Kfz- oder der Produkthaftpflichtversicherung. Aktivversicherungen hingegen schützen die vorhandenen Sachwerte, ein Beispiel wäre hier die Gebäudeversicherung. Im Gegensatz zur Passivversicherung, die im Schadensfall immer bis zur Erreichung der Deckungssumme leistet, gibt es bei der Aktivversicherung das Prinzip der Unterversicherung. Das heißt, dass der Versicherungsschaden nur im Verhältnis Wert-Versicherungssumme gedeckt ist. Inzwischen hat sich bei vielen Versicherungen der Verzicht auf die Unterversicherungsklausel durchgesetzt, wie sie für die Hausratversicherung typisch war. Damit wurde aus einer Aktivversicherung eine Passivversicherung. Eine andere Systematik wird durch die Einteilung nach Risiko getroffen. Typisch ist die Untergliederung in Versicherungsart, -zweig oder -gruppe. Die letzte Form der Einteilungsvariationen stellt die Aufteilung in Lebens- und Nichtlebensversicherungen dar. Lebensversicherungen sind immer Summenversicherungen, die langfristig angelegt werden und keine Teil- oder Mehrfachschadensregulierung beinhalten. Der Nachweis über das Eintreten des Versicherungsfalls gestaltet sich relativ einfach, entweder löst sich die Police automatisch beim Ablauf des Versicherungsvertrags auf oder der Nachweis erfolgt per Totenschein. Nichtlebensversicherungen treten sowohl bei Teil- als auch Mehrfachschäden in Kraft. Die Abwicklung kann sich schwierig gestalten, da alle Schäden eines Nachweises bedürfen.

Die verschiedenen Versicherungen im Überblick

Es gibt zwölf unterschiedliche Versicherungen, teilweise mit weiteren Untergruppierungen. Die gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherungen gehören dabei zu den sogenannten Sozial- oder auch Pflichtversicherungen, in denen jeder Arbeitnehmer bis zur Erreichung der Beitragsbemessungsgrenze automatisch zwangsversichert wird. Eine Ergänzung dazu bilden Berufsunfähigkeits- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen, die privat abgeschlossen werden. In einzelnen Berufssparten sind über die Berufsgenossenschaften zusätzliche Grundabsicherungen vorhanden. Private Sachversicherungen stellen die Haftpflicht-, Kfz-, Rechtsschutz-, Reise- und Hausratversicherung dar, private Personenversicherungen die Kranken-, Krankenzusatz-, Lebens-, Renten- und Unfallversicherung. Für Unternehmen stehen spezielle Unternehmensversicherungen zur Verfügung, die das unternehmerische Risiko abdecken.