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Gut versorgt, schlecht informiert |
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Geschrieben von: Gmünder ErsatzKasse GEK
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Montag, 14. Juli 2008 um 12:09 |
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GEK-Studie zum Thema "Kinder im Krankenhaus"
Die Versorgungsqualität von Kindern in deutschen Krankenhäusern ist gut, die Information und Einbindung der Eltern lässt zu wünschen übrig. Diesen Schluss ergeben Auswertungen und Eltern-Befragungen des GEK-Reports akut-stationäre Versorgung 2008, den das Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (ISEG), Hannover, heute in Berlin vorgestellt hat. Zudem bestätigte die Analyse der Versichertendaten aller Altersgruppen einen bundesweiten Trend: Erstmals wurden für beide Geschlechter mehr Behandlungstage unter der Hauptdiagnose von psychischen Störungen verzeichnet als für Krankheiten des Kreislauf-Systems. Psychische Erkrankungen steigen endgültig zur relevantesten Diagnosegruppe für Krankenhausbehandlungen auf.
Der GEK-Report akut-stationäre Versorgung 2008 geht dieses Jahr schwerpunktmäßig auf die Routineversorgung von Kindern ein. Verletzungen, Magen-Darm-Infektionen und chronische Mandelentzündungen gehören zu den drei häufigsten Anlässen für einen Krankenhausaufenthalt von Kindern im Alter zwischen 1 und 14 Jahren. Auf diese drei Diagnosen entfallen ein Drittel aller Krankenhausaufenthalte.
Auffälligstes Ergebnis: Während die Fallzahlen von Kindern mit Verletzungen in den letzten 18 Jahren stabil geblieben sind (zwischen 108 und 124 Behandlungsfälle pro 10.000 Kinder), haben sich die Krankenhausaufenthalte von Kindern mit Magen-Darm-Infekten versechsfacht (von 14 auf 90 Behandlungsfälle pro 10.000 Kinder). Dr. Eva-Maria Bitzer, eine der AutorInnen vom ISEG, geht von Überversorgung aus: "Der Anstieg ist auch deshalb bedenklich, weil Magen-Darm-Erkrankungen beiKindern in den allerwenigsten Fällen tatsächlich eine stationäre Krankenhausbehandlung erfordern."
Eine positive Nachricht: Den meisten Kindern geht es zum Zeitpunkt der schriftlichen Befragung wieder gut. Fast alle Eltern äußern die Ansicht, ihre Kinder seien seit dem Krankenhausaufenthalt wieder vollständig hergestellt. Dafür sprechen auch vergleichende Kontrollmessungen zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität der behandelten Kinder. Die schlechte Nachricht: Zwischen 26 und 69 Prozent der Eltern sind völlig unzufrieden mit der Informationsvermittlung des Krankenhauses und fühlen sich in keiner Weise in Entscheidungsprozesse eingebunden.
Professor Friedrich Wilhelm Schwartz, ebenfalls Autor vom ISEG, erklärte dazu: "Unter hohem wirtschaftlichen Druck vernachlässigt die akut-stationäre Krankenhausversorgung möglicherweise die kommunikativen und ethisch-rechtlichen Aspekte der Arzt-Patient-Eltern-Beziehung zu Gunsten einer technischen, allein an der medizinischen Qualität ausgerichteten Vorgehensweise."
Die diesjährige Auswertung der GEK Routinedaten nach Verteilung der Behandlungsanlässe, Fallzahlen und Verweildauer aller Krankenhauspatienten bestätigt bundesweite Trends: Einzelne Krankenhausaufenthalte werden immer kürzer. 1992 dauerte der durchschnittliche Aufenthalt im Krankenhaus noch 13 Tage. 2007 waren es noch 8,8 Tage. Gleichzeitig rücken psychische Erkrankungen weiter in den Vordergrund. Erstmals finden sich 2007 für beide Geschlechter mehr Behandlungstage unter der Hauptdiagnose von psychischen Störungen als unter Diagnosen von Krankheiten des Kreislaufsystems.
Mit Blick auf die steigende Bedeutung der psychischen Erkrankungsmuster verwies der Vorstandsvorsitzende der GEK, Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, auf die praktische Relevanz des Reports: "Die Studie gibt uns Hinweise für bessere Versorgung vorher und nachher. Wir werden unser psychiatrisches Fallmanagement für stationär eingewiesene Patienten ausbauen und künftig mit Versorgungsnetzwerken zusammenarbeiten, die vor einem eventuellen Krankenhausaufenthalt den Zugang zur Psychotherapie oder zur ambulanten psychiatrischen Behandlung erleichtern und die Patienten bei der ambulanten beziehungsweise teilstationären Nachbehandlung betreuen."
Gmünder ErsatzKasse GEK |